Ob wohl Petrus die Schlüssel verloren hat? Ein weiterer trostloser Tag mit viel Regen erwartete uns. Die ganze Nacht hatte es ununterbrochen cats and dogs geregnet und daran würde sich auch an diesem Tag nichts ändern. So langsam ist jeglicher Galgenhumor im Wasser ertrunken.
Zuerst begaben wir uns nach Bluff, Heimathafen einer grossen Fischereiflotte und Ausgangspunkt der Fähren zur eine Stunde entfernten Steward Island. Der Katamaran müht sich mit seinen Passagieren durch eine der rauesten Meeresstrassen der Welt. Zwar soll die Insel auch Sonnenschein melden, doch Nebel und Regen sind häufiger zu registrieren - an durchschnittlich 255 Tagen im Jahr. Uns genügte der Regen hier schon vollends und wir verzichteten (war auch so geplant) auf den Abstecher (abgesehen davon, dass wir nicht wussten, ob überhaupt ein Ausflug stattfand, alles war menschenleer). Mit unserem neuen Gefährt, das moderner eingerichtet ist und bessere Aussicht, auch für die hinteren Mitfahrer, gewährt, kämpften wir uns steil hoch zu einem Lookout über dem Hafen. Leider zog just in diesem Moment eine Nebelwand auf, die uns jegliche Sicht verwehrte. Am Stirling Point, dem Endpunkt der Strasse, zeigt ein Wegweiser in alle Himmelsrichtungen und gibt die beeindruckenden Distanzen an. Hier haben wir wohl den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Danach brachen wir auf nach Te Anau, was ca. in zwei Stunden zu erreichen sein sollte.
Leider dauerte unsere Anfahrt effektiv fast doppelt so lange. Unterwegs fuhren wir an reissenden Bächen vorbei, die längst ihr gewohntes Bachbett übertreten hatten. Auf den Feldern waren grosse Wasserpfützen oder gar kleine Seen entstanden, manche Nutztiere (Kühe, Schafe und Hirsche) weideten im Wasser stehend. An einer Strassenkreuzung stand eine Absperrung und die Leuchttafel informierte darüber, dass die Strasse nach Queenstown gesperrt sei. Zwar nicht unser heutiges Tagesziel, aber eine Stadt, die in ein paar Tagen auf unserem Programm stand und wo wir endlich das längst versprochene Paket an Hilfsmitteln für Flurin bekommen sollten. Auf unserem Weg folgten schliesslich mehrere Stellen, wo das Tempo infolge Flooding gedrosselt werden musste. Als wir an einem Rastplatz kurz eine Verschnaufpause einlegen wollten, hielt kurz darauf ein Einheimischer neben uns an. Er informierte uns, dass hinter dem Damm ein Fluss verläuft und wir uns hier in unmittelbar durch Überschwemmungen bedrohten Gebiet befinden würden. Wir sollten den Platz besser verlassen und im nächsten Dorf anhalten. So langsam war uns nicht mehr wohl.
Kurz vor dem Ziel wurden wir auch noch über eine Umleitung geschickt, da die direkte Strasse unter Wasser stand. Dies kostete einiges an Zeit. Fix und Foxi erreichten wir am Nachmittag endlich Te Anau. Beim Campingplatz erfuhren wir, dass die Ausflüge zu den Glühwürmchen (eine von uns angepeilte Attraktion, neben Milford Sound, dessen Zufahrt wohl noch für längere Zeit gesperrt bleiben wird) auch gestrichen war (was uns mittlerweile auch nicht mehr verwunderte). Wir hoffen nun sehr, dass die Regenfälle endlich nachlassen (es soll so angekündigt sein) und die Strasse nach Queenstown Morgen wieder passierbar wird, ansonsten droht uns ein riesiger Umweg. So ist heute früh allgemeine Nachtruhe, um Morgen beizeiten los zu kommen. Wir müssen gewappnet sein.
Wir stellen uns vor, dass es hier bei besserem Wetter wunderschön sein muss. Aber eben…