Heute Morgen erwartete uns ein bedeckter Himmel und leichter Regen (so wie es in der Umgebung aussieht, ist man hier froh um jeden Tropfen). Die Wettervorhersagen versprachen aber einen schönen Tag.

Mit einem Taxi machten wir uns auf zu einer Autovermietung. Wir haben einen Ausflug auf die Banks-Halbinsel geplant. Dies gibt uns (insbesondere Hajo) die Möglichkeit, mit einem kleinen Fahrzeug die Künste des Linksfahrens zu üben (Scheibenwischer lässt grüssen!). Die Halbinsel, die ursprünglich eine aus zwei Vulkankegeln geformte Insel war, verfügt über zwei grosse Krater, die Lyttelton und Akaroa Harbours bilden. Den Namen bekam die Halbinsel von dem Botaniker Joseph Banks, der mit Kapitän James Cook auf der Endeavour segelte.

Akaroa ist auch Stätte des einzigen Siedlungsversuchs der Franzosen in Neuseeland. Ihr Einfluss in dem bei Einheimischen beliebten Ferienort zeigt sich in französischen Straßennamen, Kolonialgebäuden und einer inspirierten Küche. Lyttelton hingegen war der Eingangshafen für die englischen Kolonisten auf ihrem Weg zur Besiedlung von Christchurch. Heute legen hier vor allem Container- und Kreuzfahrtschiffe an.

Die 75 km lange, ca. 1,5-stündige Fahrt führte uns aus der Stadt zuerst längere Zeit über eine Ebene an Hügeln entlang, bevor die Strasse in etlichen Kurven auf einen Pass hinauf kletterte. Das Weideland, auf dem Schafe und Kühe nach Futter suchten, war gelbbraun gefärbt und zeugte von der Trockenheit. Die Plakate am Strassenrand zeigten auf den roten Bereich, Total Fire ban (totales Feuerverbot). Oben angekommen bot sich uns eine wunderbare Aussicht auf Akaroa und die Bucht.

In Akaroa haben wir einen Fotostopp beim Leuchtturm gemacht und uns im mit vielen französischen Einflüssen geprägten Ort etwas umgesehen, bevor wir unsere Reise fortsetzten. Auf der Rückfahrt wählten wir die Summit Road, eine Touristenstrasse, welche hoch oben entlang der Hügel führt und immer wieder atemberaubende Aussichtspunkte über die ganze Landschaft der Halbinsel bot. Nachdem sich die Wolken verzogen und sich die Sonne vermehrt gezeigt hatte, änderte sich auch das Licht und damit die Farben der Umgebung, was den Ausflug besonders spannend machte.

Zurück in der Ebene nahmen wir die Abzweigung nach Lyttelton, eine kleine Hafenstadt rund 10 km südöstlich des Stadtzentrums von Christchurch.

Lyttelton war die Ankunftsstelle vieler englischer Siedler und begeistert heute durch seinen idyllischen Hafen. Die Hafen-Stadt Lyttelton befindet sich auf der nord-westlichen Seite der Banks Peninsula. Der tiefe Hafen ist ein uralter Vulkankrater und Hügel erheben sich steil aus dem Wasser zu einer Höhe von ungefähr 500 Metern. Historisch gesehen spielte Lyttelton eine wichtige Rolle in der Besiedlung der Region Canterbury.

Durch einen Tunnel, Neuseelands längster Tunnel (1.9 Kilometer) durch die Port Hills erreichten wir die Talstation der Christchurch Gondola (ein bisschen Schweiz muss sein: die CWA Construction SA. war bei der Konstruktion der Seilbahn beteiligt).

Oben angekommen genossen wir aus über 500 Metern Höhe die Aussicht aus der Vogelperspektive. Es bot sich uns eine 360-Grad-Ansicht des Stadtbilds von Christchurch vor der malerischen Kulisse der Canterbury Plains, der Südalpen und der Banks Peninsula. Der schöne Abschluss eines wiederum gelungenen Tages der gleichzeitig unsere Zeit in Christchurch abschliesst.

Und zu guter Letzt ein dreifach Hoch auf unseren Fahrer, welcher die Tücken des Linksverkehrs heute mit Bravour gemeistert hat (die Fenster sind sauber und trocken gewischt, obwohl es kaum regnete)!

Christchurch Mit dem Wohnmobil nach Hanmer Springs