Wir sind dann mal weg…
Am Samstag Abend um 18:30 Uhr starten wir also alle zu unserem lang ersehnten, bisher wohl grössten bzw. längsten gemeinsamen Abenteuer. Netterweise übernimmt einmal mehr Alinas Götti bzw. Hajos Bruder den Taxidienst zum Flughafen. Das Auto ist bis unters Dach geladen (4 Koffer, 1 Rollstuhl, je ein Rucksack als Handgepäck), aber der Platz reicht gerade aus, damit alle mitfahren können.
Am Flughafen können wir relativ zügig unser Gepäck gleich bis Christchurch einchecken. Unsere Emirates Maschine des Typs A380-800 steht am Dock Mitfield bereit. Für uns alle wird es das erste Mal sein, in einem A380 zu fliegen. Dieses Erlebnis wurde von allen mit Spannung erwartet. Ein Fensterplatz war uns gegönnt. Die Aussicht war aber nicht spektakulär, denn es herrschte dichter Nebel. Wegen der kalten Temperaturen musste unsere Maschine vor dem Start minutiös enteist werden, was seine Zeit dauerte und uns einen verspäteten Start bescherte.
Vor und während unserer Reise haben uns diverse schöne Grussnachrichten erreicht, über die wir uns sehr gefreut haben; Flurins Gotti hat gar extra in Bülach auf dem Balkon ausgeharrt um unseren Start zu filmen. Leider war unsere Maschine infolge des dichten Nebels unsichtbar, aber wenigstens zu hören!
Nach gut sechs Stunden Flug erreichten wir am frühen Morgen Ortszeit Dubai. Sehr beeindruckt haben uns die Dimensionen des Flughafens. Eine Emirates-Maschine (meist A380) reihte sich an die nächste, soweit das Auge reichte. Die pompösen Abflughalle mit den gewölbten Fenstern waren nicht minder imposant. Wir kämpften uns durch ein Gewimmel an Menschen aller Nationalitäten auf der Suche nach unserem nächsten Abfluggate. Viele, vor allem Asiaten, trugen einen Mundschutz, in den Aotheken informierten Plakate, dass die Masken bereits ausverkauft seien. Man macht sich schon ein paar Gedanken…
Im unserer nächsten A380er mussten wir uns , zwei und zwei getrennt voneinander je auf der einen bzw. anderen Seite der Maschine, getrennt durch die mittleren vier Sitze, für die nächsten 13 Stunden und 40 Minuten bis Sydney so bequem wie eben möglich einrichten. Irgendwie war nicht einleuchtend, wie die Platzverteilung vonstatten ging. Der Sitznachbar am Fenster neben Flurin war alleine, seine ganze Familie weiter hinten im Flugzeug platziert (Absicht ?), ein kleines Mädchen einer anderen Familie wurde separat zwischen zwei fremde Männer gesetzt. Die Crew war damit beschäftigt, die Umplatzierungswünsche der Passagiere zu organisieren…
Es schien, als gäbe es in Dubai keine richtige Rushhour, es war ein ständiges kommen und gehen. So kamen wir trotz der vielen vorhandenen Pisten in Stau, eine Maschine drängte sich nach der anderen vor unserem Vogel ein. Von Dubai war leider weder bei der Ankunft noch beim Abflug viel zu sehen.
Der lange Flug via Indien und Sri Lanka über den Ozean bis an die Nordspitze Australiens und dann an Alice Springs nach Sydney war geprägt von mehreren turbulenten Phasen. Leider litt Alina an starken Ohrenschmerzen, so dass wir uns bei der Crew mit Medizin eindeckten, um ihr Leiden zu lindern. Sie zog es vor, statt dem geplanten Genuss von Film und Spiel rund um die Uhr ein bisschen zu schlafen, was wohl die beste Entscheidung war, um die Zeit über die Runden zu bringen.
Am frühen Montag Morgen erreichten wir endlich Sydney. Flurin war in der glücklichen Lage, während des langen Fluges Freundschaft mit seinem Sitznachbar zu schliessen und dabei den Fensterplatz für die Landung auszuhandeln. Er konnte in dem grossen Gewirr der Millionenstadt das Opernhaus aus machen und berichtete dies lautstark an die Fraktion auf der anderen FLugzeugseite.. Für Flurin hätte der FLug auch noch ein paar Stunden länger sein können, er war beschäftigt mit der Jagd nach neuen Rekorden im Autorennspiel der Boardunterhaltung.Nach der Landung meinte er, es sei aber nicht gerade schönes Wetter. Die Aussies waren nach der langen Hitzeperiode wahrscheinlich froh um den bedeckten Himmel und die angenehmen 23 Grad.
Obwohl uns die gleiche Maschine noch an unser Endziel nach Christchurch bringen sollte, mussten (oder durften) wir die Maschine für gut eine Stunde verlassen, bevor wir die letzte Etappe, die zwei Stunden und 35 Minuten nach Neuseeland in Angriff nahmen. Die zwanzigköpfige Crew mit 18 Nationalitäten und 14 gesprochenen Sprachen hatte dieses Mal eine Pilotin dabei. Die letzte Etappe ging eigentlich relativ zügig über die Bühne, wäre da nicht diese Extrarunde gewesen: aus unbekannten Gründen (schmale Piste nicht getroffen? Seitenwind? Fahrzeug auf Piste?) musste unser Riesenvogel durchstarten, was unseren Flug um 25 Minuten verlängerte.
Total unerwartet wurden wir direkt an der Flugzeug von einer Emirates-Angestellten, welche einen Zettel mit unserem Namen in der Hand hielt empfangen. “Your wallet was found!” Wie, wo, was ist mit unserem Portmonnee??? Sie fragte uns, ob wir unser Portmonnee vermissen würden - es sei in Dubai gefunden worden. Da wusste sie mehr als wir, bisher hatten wir nichts vermisst… Tatsächlich stellten wir fest, dass ein zusätzliches Portmonnee in einem der Rucksäcke fehlte, es muss beim um-/aus- und einpacken herausgerutscht sein.
Nun folgte die Immigration (extra Kolonne für Familien) welche wie erwartet einige Zeit in Anspruch nahm. Dafür
hatten wir anschliessend rasch unser Gepäck vollständig beisammen, auch Flurins Rollstuhl hat die Reise heil
überstanden. Um unser Vorankommen etwas zu beschleunigen setzten wir Flurin gleich in seinen Rollstuhl, worauf
sofort eine Assistence auftuachte, welche uns an den Menschenkolonnen durch die Gepäckkontrolle (mit sehr
freundlichem Personal) schleuste. Flurins Handicap bedeutet oft einen gewissen Zusatzaufwand oder Einschränkungen
für die ganze Familie, nun durften wir auch mal von den “Vorteilen”, mit einem Rollstuhl zu reisen, profitieren.
Nachdem unser Gepäck gescannt wurde, erschein einer dieser goldigen Hunde, die meistens ganz freundlich sind: die Beagles. Sie sind fleissige Arbeiter in Uniformen. Diese schlappohrigen Hunde sind darauf abgerichtet, Obst, Gemüse, Fleisch, Pflanzen, Eier, Vögel und Reptilien aufzuspüren. All das darf man nämlich nicht mit nach Neuseeland bringen. Schon nach drei Monaten Training können die Hunde mit der Arbeit am Flughafen beginnen. Jeder Hund arbeitet mit nur einem Hundeführer. Aber der darf den Hund nicht mit nach Hause nehmen. Wenn er in einem normalen Haushalt Obst und Gemüse riechen würde, würde das seinen Geruchssinn beeinträchtigen. Wir schienen aber nicht wirklich interessant zu sein, denn kurz nachdem er eine Runde um unser Gepäck gedreht hatte liess er davon ab und suchte beim nächsten Ankömmling weiter.
Ein Shuttledienst fuhr uns zum Motel nahe der City, wo wir erst mal unsere Shorts (Lufttemperatur 26 Grad) montierten, ein bisschen ausruhten, und nach einem kurzen Spaziergang und einer kleinen Mahlzeit, uns früh und gerne in unsere Betten legten.
Wir freuen uns, Morgen die Stadt Christchurch zu erkunden.